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01.03.2016

Zum ersten Mal in einer Schweizer Pflegeeinrichtung

Das Schweizer Gesundheitssystem scheint mir gut organisiert. Es ist teuer, aber es funktioniert für Arme und Reiche. Der Pflegeprozess ist sehr wichtig. Die Wartezeiten für Behandlungen sind kürzer als in Polen und als Pflegefachfrau habe ich in der Schweiz etwas mehr Zeit für die Betreuung der Patienten.

Die beiden Pflegefachfrauen Cecilia Spinelli Bini aus Italien und Katarzyna Zytek aus Polen absolvierten nach intensiver Vorbereitungszeit ein vierwöchiges Transferpraktikum in einer Schweizer Pflegeeinrichtung. Sie blicken zurück und schildern ihre Erfahrungen.

Curaswiss: Was hat Ihnen besonders gefallen im Transferpraktikum?

Katarzyna: Das Team hat mich von Anfang an sehr gut aufgenommen und sofort integriert. Meine Kolleginnen und Kollegen auf der Abteilung haben mir auch fachlich etwas zugetraut. Alle waren sehr hilfsbereit und ich konnte jederzeit fragen, wenn mir etwas unklar war. Das war ganz wichtig, weil ich mit der Sprache schon noch etwas Mühe hatte.

Cecilia: Auch für mich war die Sprache eine grosse Herausforderung. Aber die Kolleginnen und Kollegen waren sehr geduldig und haben mich toll unterstützt. Wichtig ist, dass man sehr konzentriert und fokussiert bleibt. Mein Team hat mich ebenfalls sehr gut aufgenommen. Ich fühlte mich fast wie zuhause.

Gab es Überraschungen?

Cecilia (schmunzelt): Ich dachte immer, in der Schweiz sei man überall perfekt organisiert. Aber auch hier funktioniert nicht immer alles wie am Schnürchen und ich war überrascht, wie flexibel die Leute dann reagieren.

Katarzyna: Auf meiner Abteilung herrschte ein sehr offenes Klima. Man spricht Probleme an und darf sich wehren, wenn einem etwas nicht passt. Gemeinsam sucht man dann nach Lösungen.

Ihr Eindruck vom Schweizer Gesundheitssystem?

Katarzyna: Das Schweizer Gesundheitssystem scheint mir gut organisiert. Es ist teuer, aber es funktioniert für Arme und Reiche. Der Pflegeprozess ist sehr wichtig. Die Wartezeiten für Behandlungen sind kürzer als in Polen und als Pflegefachfrau habe ich in der Schweiz etwas mehr Zeit für die Betreuung der Patienten.

Cecilia: Auch in Italien sind die Wartezeiten für Behandlungen länger und viele können sich keine Krankenversicherung leisten. Pflegefachleute in der Schweiz können zu besseren Konditionen arbeiten als in Italien. In der Schweiz arbeitet man mehr im Team, die Standards sind höher und die Beziehungen zu den Ärzten kollegialer. Toll finde ich auch, dass sich der Arbeitgeber bei langjährigen Mitarbeitenden an den Weiterbildungskosten beteiligt.

Was empfehlen Sie Pflegefachleuten, die sich ebenfalls für das Curaswiss-Programm interessieren?

Katarzyna und Cecilia: Seid flexibel und offen! Deutsch ist eine schwierige Sprache, aber man kann sie wirklich lernen! Vor einem Jahr sprachen wir beide noch kein Deutsch, und jetzt arbeiten wir in der Schweiz und können uns in dieser Sprache unterhalten. Für uns hat sich der Einsatz bisher gelohnt.

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